Der Begriff Teaser stammt ursprünglich aus dem Bereich Marketing. Ein Teaser wurde einer größeren Werbekampagne vorgeschaltet, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Neugierde auf das Nachfolgende zu wecken. (vgl. journalistikon)

Für den Bereich der Web-Texte gilt Ähnliches. Ein Teaser ist ein kurzer Text, bzw. Anreißer, der auf einen längeren Artikel oder Beitrag aufmerksam macht. Er ist also ein ideales Mittel, um Menschen dazu zu verleiten, Ihren mit Herzblut geschriebenen Artikel auch zu lesen.
Der Teaser soll Gedanken wie: „Ach echt?“ oder „Wirklich?“ oder „Hmm, interessant“ oder einfach „Den Artikel lese ich jetzt“ erzeugen. Wie auch immer es in Ihrem Gehirn aussieht, Sie verstehen, worauf ich hinaus will.

Der Teaser: weit mehr, als ein kurzer einleitender Text

Die Anforderungen an einen Teaser sind wesentlich höher als an eine Headline. Die Headline dient als Blickfang und muss „nur“ erstes Interesse wecken. Der Teaser hingegen muss zusätzlich auch noch etwas Relevantes vom Inhalt des Textes preisgeben, ohne dabei zu viel zu verraten. Die richtige Mischung macht´s.

Es handelt sich um einen richtig guten Teaser, wenn die Leserin den Artikel komplett bis zum Schluss gelesen hat. Denn dann hat er nicht zu viel versprochen. Der Inhalt des Artikels war für den Leser wirklich relevant.
Ein schlecht formulierter Teaser hat zur Folge, dass der Beitrag entweder erst gar nicht angeklickt wird, obwohl er doch relevant ist, oder dass die Leserin bereits nach wenigen Sätzen wieder abspringt. Das wäre das ungünstigste Ergebnis.
Die Kunst besteht also darin, in möglichst wenig Sätzen (max. 300 Zeichen, eher weniger) das Interesse zu wecken, trotzdem auf den Inhalt hinzuweisen und keine bereits vorhandene Formulierung aus dem eigentlichen Text zu verwenden.

Folgende Herangehensweisen haben sich etabliert, um einen Teaser zu schreiben:

  • Beschreiben Sie, was den Leser erwartet.
  • Stellen Sie zu Beginn eine Frage.
  • Greifen Sie einen Aspekt des letzten Absatzes auf.
  • Verwenden Sie ein passendes Zitat.
  • Stellen Sie eine Behauptung auf.
  • Machen Sie einen Scherz.

Wichtig ist, dass die Tonalität Ihre Zielgruppe anspricht und zum Artikel passt!

Die SPATZI-Regel

Nachdem Sie wissen, welche Aussage Sie in Ihrem Teaser tätigen wollen oder wie Ihre Herangehensweise ist, geht es ans Eingemachte: die Formulierung. Denken Sie dabei einfach an SPATZI und schon läuft´s. Formulieren Sie:

Stilsicher
Prägnant
Anregend
Technisch einwandfrei
Zielsicher
Inhaltlich relevant

Verschiedene Quellen bestätigen, dass diese Regel aus einer typischen Alltagssituation eines Ehepaares hergeleitet wird: Die Ehefrau sitzt im Wohnzimmer und telefoniert. Der Ehemann befindet sich im Nebenraum. Plötzlich ruft die Ehefrau zu ihm herüber: „Spatzi! Hast Du schon das von Hermann gehört?“
Der Ehemann antwortet: „Nee, was denn?“, und kommt ins Wohnzimmer, um mehr zu erfahren.
Natürlich lässt sich eine solche Situation nicht 1:1 auf Text übertragen, anschaulich ist dieses Beispiel aber schon.

Fazit

Ein Teaser soll Interesse wecken und Besucher einer Webseite dazu animieren, einen längeren Artikel zu lesen. Er wird entweder als Textausschnitt direkt neben der Überschrift des Artikels angezeigt oder als Anreißer zum Beispiel im Bereich Social Media veröffentlicht. Danach folgt der Link auf den eigentlichen Beitrag.
Nehmen Sie sich Zeit bei der Formulierung des Teasers oder beauftragen Sie einen Texter. Der Teaser kann maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg Ihres Artikels entscheiden.
Haben Sie Erfahrungen mit besonders treffsicheren oder besonders misslungenen Teasern? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!