W-Fragen beantworten für einen erfolgreichen Text

Spätestens seit der Sesamstraße wissen wir: „Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm.“
Nicht nur Kinder stellen diese so genannten W-Fragen. Auch uns Erwachsenen schwirren sie im Kopf herum. Dabei ist es egal ob es um Beruf, Hobbys, Haushalt oder Urlaub geht.

  • Was hilft gegen Rückenschmerzen?
  • Welches Handy soll ich mir kaufen?
  • Wo wird das Produkt hergestellt?
  • Welcher Service beinhaltet die Dienstleistung?
  • Wie öffne ich eine Kokosnuss?

Erfolgreiche Texte liefern Antworten auf unsere Fragen.

Was für journalistische Texte gut ist, kann für Unternehmens- und Produkttexte ja nicht schlecht sein

Ursprünglich stammen die 6-W aus dem Journalismus. Ein hochwertiger Presseartikel beantwortet die Fragen: Wer? Wo? Was? Wann? Warum? Wie? Und das möglichst in den ersten zwei bis maximal drei Sätzen. Damit erhalten die Leser einen Überblick über die wichtigsten Fakten. Sie geben dem Artikel eine Struktur. Detailliertere Ausführungen folgen dann im Anschluss.

Auch wenn es für Onlinetexte oder Werbetexte keine solch strenge Regel gibt: Ein aussagekräftiger und überzeugender Text sollte W-Fragen beantworten.

Das Internet ist ein gefragter Ratgeber

Sobald wir Menschen vor einem Problem stehen, nutzen wir dank fortgeschrittener Digitalisierung unser Smartphone oder schalten unseren Computer ein. Wir befragen das Internet und erwarten innerhalb weniger Sekunden eine geeignete Lösung. Das ist in vielen Fällen auch erfolgversprechend. Aufgrund der Fülle der Informationen im Internet ist es relativ wahrscheinlich, eine passende Antwort zu finden.
Ich nehme an dieser Stelle Recherchen zu gesundheitlichen Problemen eindeutig aus. Dafür sollte man eher nicht Dr. Google befragen, sondern lieber einen Arzt aufsuchen ;-).

Da der Algorithmus von Suchmaschinen mittlerweile sehr weit entwickelt ist, werden nicht mehr nur einzelne Schlagwörter erkannt, sondern auch ganze Sätze. Das ist äußerst sinnvoll, da wir Menschen schließlich nicht in Schlagworten denken. Ich schreibe eher nicht: „Mango schneiden“, sondern „Wie schneide ich eine Mango?“ Texte, die die Fragen der Menschen beantworten, werden vom Algorithmus gefunden und haben die Chance gelesen zu werden.
Diese Entwicklung können sich Unternehmen zu Nutze machen.

Das Textkonzept ist das A und O

Menschen haben Fragen und Probleme, die beantwortet und gelöst werden wollen. Nur wer diese kennt, ist in der Lage sich als geeigneter Partner hervorzutun. Denken Sie daran, die Konkurrenz schläft nicht.
Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen, über die potentiellen W-Fragen nachzudenken, bevor Sie damit beginnen einen Text zu schreiben. Diese Fragen beantworten sich nämlich nicht selbstverständlich von allein. Berücksichtigen Sie diese Fragen bereits während der Erstellung Ihres Textkonzeptes. Ein weiterer Vorteil der W-Fragen ist, dass sie eine Struktur geben und bei der Recherche zu einem Thema helfen. Außerdem verbessert sich die Lesbarkeit, wenn ein Text nicht rein sachlich, sondern informativ geschrieben ist.

Natürlich muss die Beantwortung der Fragen nicht explizit im Text erfolgen. Eine implizite oder indirekte Beantwortung reicht aus, um die Leser zu überzeugen.
Vergessen Sie bei all der Kundenorientierung allerdings nicht die Beantwortung der Frage aller Fragen. Ich nenne sie die Königs-W-Frage: Warum sollte der Kunde das Produkt oder die Dienstleistung bei Ihnen kaufen?

Fazit

Ein Text sollte immer mit der Intention geschrieben werden, dass er hilfreich für seine Leser ist. Denn nur wenn unsere Erwartungen an einen Text erfüllt werden, lesen wir ihn auch zu Ende. Und nur dann kann der Text seine volle Wirkung entfalten. Die Gründe, warum wir einen Text lesen, sind vielfältig. Wir möchten zum Beispiel eine Kaufentscheidung herbeiführen, etwas dazulernen oder etwas über ein Unternehmen erfahren. Manchmal wollen wir zum Nachdenken angeregt oder auch einfach nur unterhalten werden. Ganz egal, welches Ziel der Text verfolgt, der Verfasser muss das Ziel kennen, um einen überzeugenden Text zu schreiben. W-Fragen helfen dabei.

Welche W-Fragen stellen Sie? Nach wie vielen Sätzen entscheiden Sie, ob ein Text hilfreich ist oder nicht? Lesen Sie immer bis zum Schluss oder brechen Sie vorzeitig ab? Ich freue mich über Ihre Kommentare!