In meinem heutigen Artikel berichte ich Ihnen über meine zweite Leidenschaft: das literarische Schreiben. Ich habe nämlich mein erstes umfangreiches Manuskript auf die Reise geschickt.

Neben dem Texten für meine Kunden liebe ich es meinen Gedanken und Ideen einfach mal freien Lauf zu lassen. Ich fing vor zwei Jahren an, Kurzgeschichten zu schreiben. Es war als Hobby oder als Ausgleich zu meinem Beruf gedacht. Sehr schnell merkte ich jedoch, dass ich nicht nur für mich allein im stillen Kämmerlein schreiben wollte. Ich wollte zeigen, was ich geschrieben habe, und wünschte mir ein Feedback dazu, um mich verbessern zu können. Meine Wörter wollten gelesen werden :). Deshalb bildete ich mich fort, um das Handwerkszeug der Autorin zu erlernen.

Nach drei Anthologien wollte ich mehr

Meine ersten Kurzgeschichten sendete ich bei Ausschreibungen ein. Im letzten Jahr hatte ich damit auch drei Mal Erfolg und war völlig aus dem Häuschen. Wie Sie unter dem Menüpunkt Veröffentlichungen sehen können, sind Kurzgeschichten von mir in drei Anthologien (Sammlungen von literarischen Texten) veröffentlicht.
Nach der Freude über die Erfolge packte mich der Ehrgeiz. Wie auch beim Sport sind erreichte Ziele zwar etwas wundervolles, doch danach braucht es eine Steigerung, um weiterhin zufrieden zu sein. Beim Laufen muss es bei mir möglichst schneller und weiter sein, beim Schreiben erfüllen größere Projekte diesen Zweck. Deshalb habe ich mir im letzten Jahr folgende Ziele gesetzt:

  1. ein eigenes Buch mit Kurzgeschichten veröffentlichen
  2. einen Roman schreiben (und hoffentlich auch veröffentlichen)

Von der Idee zur Umsetzung – die Stolpersteine des Alltags

Ich begann im September letzten Jahres eine Idee für ein eigenes Kurzgeschichtenprojekt zu entwickeln. Mein Ziel war es, dieses in sechs Monaten realisieren. Es sollten 24 Geschichten werden. Dafür müsste ich also durchschnittlich eine Geschichte pro Woche schreiben. Das fühlte sich nach einem realistischen Zeitplan an. Der Herbst und Winter standen vor der Tür. Ich sah mich vor meinem geistigen Auge an verregneten und verschneiten Tagen mit leckerem Tee und Kaffee versorgt an meinem Computer sitzen. Gemütlich vor mich hinschreibend würde ich Seite um Seite füllen und meinem Ziel ein Stück näher kommen.

So viel zur Theorie. In der Praxis war es an verregneten Tagen gar nicht so leicht, mich an den Computer zu setzen. Ich fand mich an vielen Sonntagnachmittagen gemütlich lesend auf dem Sofa wieder. Auch wenn Lesen natürlich auch sehr wichtig im Schreibprozess ist: Lesen ist trotzdem nicht Schreiben. Die verschneiten Tage blieben komplett aus, für die Verzögerung konnte ich also nichts ;).

Der Dezember erschien mir als perfekter Monat zum Schreiben. Ich dachte, dass es beruflich etwas ruhiger wird und ich die zusätzliche Zeit nutzen könnte. Auch hier wurde mir ein Strich durch die Rechnung gemacht. Ich hatte viele Aufträge, über die ich mich natürlich sehr gefreut habe, doch die erhoffte zusätzliche Zeit für meine Geschichten ergab sich nicht.

Zeitdruck als Motor

Wie auch bereits in meinem Studium machte ich auch bei diesem Projekt die Erfahrung, dass eine allzu großzügige Zeitplanung nichts für mich ist. Dabei habe ich es mir wirklich gewünscht. Doch irgendwie findet mein Gehirn immer irgendwelche Ausflüchte und Erklärungen, warum ich einen soliden Zeitplan nicht einhalten kann.
Als ich im Januar dieses Jahres schon befürchtete, dass es nichts mehr wird mit der Fertigstellung bis Ende Februar, lief es plötzlich. Das Schreiben ging mir leicht von der Hand und auch die letzten Ideen trudelten ein. Warum das so ist? Keine Ahnung, das muss ich vielleicht nochmal ergründen. Aber Fakt ist, ich habe es geschafft! 24 Kurzgeschichten sind geschrieben und überarbeitet. Gestern habe ich das Manuskript auf die Reise zu einem ersten möglichen Verlag geschickt.

Jetzt beginnt die Zeit des Wartens

Mein Freund fragte mich gestern, wie lange es dauert, bis ich eine Antwort erhalte? Das ist eine gute Frage. Keine Ahnung. Aber eins weiß ich ganz genau: Warten ist nicht gerade meine Stärke.
Ich werde mich also in den nächsten Wochen in Geduld üben müssen und vielleicht schon mal anfangen, mich mit dem Thema Self-Publishing zu beschäftigen. Es ist immer gut, einen Plan B zu haben. Aber egal ob es zu einer Veröffentlichung kommt oder nicht. Ich bin sehr stolz auf mich, mein Ziel erreicht zu haben. Denn ich weiß nun, dass ich auch größere Projekte umsetzen kann. In meinem Kopf sind ausreichend Ideen vorhanden, um ein Buch zu füllen. Und mal ehrlich: Mein Geld verdiene ich mit dem Texten für Unternehmen und das macht mir genau so viel Spaß!

Ab April beginnt mein neues Projekt. Bis Ende 2020 möchte ich meinen ersten Roman geschrieben haben. Aber vielleicht fange ich auch erst später an, ist ja noch genug Zeit bis dahin ;).