Passend zum Veröffentlichungsdatum dieses Artikels – Freitag der 13. – beschäftige ich mich mit dem Thema Aberglaube.
Aberglaube kann sowohl Glück als auch Unglück verheißen. Außerdem gibt es kulturelle und religiöse Unterschiede hinsichtlich der Dinge, die Glück oder Unglück bringen. Und dann gibt es noch die doppelten Bedeutungen wie zum Beispiel das Hufeisen. Ob Glück oder Unglück hängt von der Richtung ab, in die es gehalten wird.

Was bedeutet eigentlich Aberglaube?

Gemäß Duden bedeutet Aberglaube: „Als irrig angesehener Glaube an die Wirksamkeit übernatürlicher Kräfte in bestimmten Menschen und Dingen.“
Im Christentum existiert der Begriff seit dem 4. Jahrhundert. Aus religiöser Sicht handelt es sich um einen „Gegenglauben“ zur kirchlichen Lehre. Aus wissenschaftlicher Sicht steht der Aberglaube für die Nichtbeweisbarkeit übernatürlicher Kräfte.

Interessant ist die über Jahrhunderte anhaltende Überlieferung und Anerkennung des Aberglaubens. Das Bedürfnis, an übernatürliche Phänomene zu glauben, scheint fest in uns verankert zu sein. Wir gehen zum Beispiel instinktiv nicht, oder nur sehr ungern, unter einer Leiter hindurch, meist ohne den Grund dafür zu kennen. Man weiß einfach, dass man nicht unter einer Leiter hindurch geht, das bringt Unglück.

Welcher Aberglaube bringt Unglück?

Beispiel für negativen Aberglauben gibt es reichlich. Manchmal verursacht er nur ein ungutes Gefühl beim Menschen. Es gibt aber auch Menschen, die ihr Handeln danach ausrichten. Dies sind die gängisten Beispiele:

Freitag der 13.

Dieser Aberglaube ist am weitesten verbreitet in Deutschland. Dieser Tag soll prädestiniert für Unglück und negative Ereignisse sein. Was diesen Tag so besonders schlimm macht, ist nicht umfassend überliefert. Als Beispiele werden der schwarze Tag der Tempelritter im Jahr 1307 oder der Börsencrash im Jahr 1929 genannt. Für einen absoluten Unglückstag sind das meiner Meinung nach allerdings recht wenig Beispiele.
Wahrscheinlich ist es die Kombination aus Freitag und der Zahl 13, die den Tag so unheilvoll macht. Die Komponenten stehen einzeln schon für Unglück. Dann kann die Verbindung ja nur doppeltes Unglück bedeuten, oder? Häufig werden auf diesen Tag keine wichtigen Termine gelegt.

Die schwarze Katze

Dieser Aberglaube stammt noch aus der Zeit der Hexen. Ihnen wurde nachgesagt, dass sie sich in schwarze Katzen verwandeln können. Interessanterweise glaubt heute kaum jemand noch an Hexen. Den Ausspruch, dass es Unglück bringt, wenn eine schwarze Katze von rechts nach links den Weg kreuzt, kennt aber noch fast jeder. Oder war es von links nach rechts?

Der zerbrochene Spiegel

Ein zerbrochener Spiegel bringt sieben Jahre Pech. Das ist mal ne Ansage, oder? Wer diesen Aberglauben teilt, sollte wohl lieber nicht in einem Einrichtungsladen arbeiten. Der Aberglaube stammt aus der Zeit, als die ersten Spiegel hergestellt wurden. Damals haben die Menschen nicht verstanden, wie ein Spiegel funktioniert. Sie dachten, dass sich die Seele des Betrachters im Spiegel befindet und in den Scherben verbleibt, wenn dieser zerbricht.

Aberglauben, die Glück verheißen

Auch wenn der Begriff häufig mit Unglück in Verbindung gebracht wird, gibt aber auch Aberglauben, die Glück bringen sollen.

Der Schornsteinfeger

Sieht man einen Schornsteinfeger, so bringt das Glück. Wenn man dann noch seine Schulter berühren kann, darf man sich etwas wünschen. Dies wird schon kleinen Kindern erzählt. Das ist zwar ein schöner Gedanke, aber mehr wahrscheinlich auch nicht. Dieser Aberglaube stammt aus der Zeit, als die Häuser noch mit Stroh bedeckt waren und der Schornsteinfeger durch regelmäßiges Auskehren der Öfen, Hausbrände verhindert hat.

Das 4 blättrige Kleeblatt

Es soll magische Kräfte haben und böse Geister vertreiben. Dieser Aberglaube wurde so weit kommerzialisiert, dass pünktlich zum Jahreswechsel die Blumenläden und Supermärkte mit den kleinen Töpfen vollstehen. Sie sollen Glück für das neue Jahr bringen. Eine kleine Unterstützung kann ja nicht schaden.

Die Sternschnuppe

Wer eine Sternschnuppe sieht, dem wird der Wunsch erfüllt, an den im Moment des Betrachtens gedacht wird. Diese kleinen Meteore wurden vor Jahrhunderten als Geschenke des Himmels angesehen. Heute weiß man zwar, dass das Leuchten entsteht, wenn Teilchen auf dem Weg zur Erde verglühen, der Aberglaube existiert aber weiterhin.

Fazit

Aberglaube ist entstanden als Erklärung für Unerklärliches. Doch auch viele Dinge, die heute erklärbar sind, bleiben vom Aberglauben behaftet. Woran liegt das? Es ist ein tief verwurzeltes Gefühl in uns Menschen, das uns leitet. Vielleicht ist es auch die Sehnsucht danach, dass übernatürliche Kräfte in unserem Leben wirken?

Ich habe zwar eine schwarze Katze und Freitag der 13. ist für mich eher ein Glückstag, seit meine Nichte geboren ist. Es vermittelt mir aber ein gutes Gefühl, meinen Liebsten zu Silvester 4 blättrige Kleeblätter zu schenken und eine gefühlte Ewigkeit nach Sternschnuppen Ausschau zu halten.

Wie ist es bei Ihnen? Welcher Aberglaube begleitet Sie in Ihrem Alltag oder können Sie sich davon völlig frei machen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!